Betonstahl – damit der Beton nicht reißt

Den Vorläufer von Beton kannten bereits die alten Römer. Erst viel später kam jedoch jemand auf die geniale Idee, Beton und Stahl miteinander zu kombinieren – geboren war der Stahlbeton. Damit konnten dann große und komplizierte Bauwerke komplett aus diesem Werkstoff gebaut werden.

MENZEL BETON-BAUSYSTEME GmbH

Eigenschaften von Stahl und Beton

Stahl und Beton ergänzen sich in ihren Eigenschaften optimal. Stahl kann zum Beispiel große Zugkräfte aufnehmen, während Beton sich auf die Druckkräfte spezialisiert hat. Wird Beton mit größeren Zugkräften belastet, so beginnt er zu reißen. Damit Stahl dem Beton diese Arbeit abnehmen kann, müssen beide einen Verbund miteinander eingehen. Daher ist Betonstahl heutzutage mit Querrippen ausgestattet, die dabei helfen, dass sich der Stahl im Beton „verkrallt“. 

Betonstabstahl

Betonstabstahl ist die korrekte Bezeichnung für gerade Stäbe aus Stahl. Es gibt sie in Durchmessern von 6 bis 40 mm und in Längen bis 18 m. Mit Betonstabstahl wird eine sogenannte Einzelstabbewehrung vorgenommen. In der Praxis handelt es sich dabei zum Beispiel um Balken oder Pfeiler. Die einzelnen Stäbe werden dabei meist zu einem sogenannten Bewehrungskorb zusammengebunden. Der Betonstabstahl fungiert hierbei als Haupttrageisen, während die Bügel für die Verbindung sorgen.

Früher wurden auch glatte Betonstähle verwendet, damals sprach man auch noch von Monier- oder Armiereisen. Betonstähle kommen hauptsächlich in Form von Stäben oder Matten zum Einsatz. Darüber hinaus gibt es aber auch noch profilierten Bewehrungsdraht. Als Stahl kommt heutzutage in der Regel ein BSt 500 mit einer Zugfestigkeit von 550 N/mm² zum Einsatz.

Problematik: Rost

Herkömmliche Baustähle korrodieren mit der Zeit, sie fangen also an zu rosten. Die Zugfestigkeit des Stahls nimmt dadurch immer mehr ab, bis er reißt. Das muss natürlich verhindert werden und geschieht dadurch, dass der Stahl mit der notwendigen Betonüberdeckung eingebaut wird.

Überdeckung vorhanden?

Es ist sicherzustellen, dass der Stahl während des Betoniervorgangs an der gewünschten Stelle bleibt bzw. immer die notwendige Überdeckung vorhanden ist. Das gelingt am einfachsten mit Abstandhaltern aus Kunststoff oder Beton. Diese werden auf den Baustahl aufgesetzt. Zudem kann der Stahl auch mit Drähten zusammengebunden werden.

Um einiges teurer sind feuerverzinkte oder epoxidbeschichtete Baustähle, bei denen man aber sicher sein, dass sie nicht rosten. Auch Glasfaserkunststoff (GFK) wird neuerdings als Bewehrung eingesetzt.

Aufbau

Je nach Form des Bauteils können die Bügel zum Beispiel rund, quadratisch oder rechteckig sein. An den Bügeln werden die Stäbe mit Draht befestigt. Dabei kommen durchaus auch Stäbe unterschiedlichen Durchmessers zum Einsatz oder die Stäbe werden nicht gleichmäßig über den Querschnitt verteilt. Dort, wo im Bauteil später die Zugzone liegt, wird mehr Eisen benötigt als in der Druckzone. Bei einem liegenden Balken liegt die Zugzone zum Beispiel unten, da sich der Balken durch das Eigengewicht und die Auflast nach unten durchbiegt. Bei Pfeilern gibt es eine solche Hauptbiegerichtung häufig nicht, dort werden die Eisen dann gleichmäßiger verteilt. Über die Verteilung der Bewehrungseisen gibt der Bewehrungsplan Auskunft, der vom Bauingenieur bzw. Statiker erstellt wird.

Betonstahlmatten, Lagermatten oder Listenmatten?

Betonstahlmatten

Betonstahlmatten kommen für flächige Bauteile wie Wände, Decken oder Bodenplatten zum Einsatz. Auch hier gilt wieder die Regel, dass dort, wo größere Zugbelastungen auftreten, auch mehr Eisen zu liegen kommt. Eine Matte besteht aus sich kreuzenden Längs- und Querstäben, die einen unterschiedlichen Durchmesser und unterschiedliche Maschenweiten haben können. 

Lagermatten

Lagermatten sind standardisierte Matten unterschiedlicher Größe. Sie müssen auf der Baustelle nach den Erfordernissen zugeschnitten werden. Der Fachmann unterscheidet Q-Matten und R-Matten. Bei Q-Matten ist es egal, wie rum man sie hinlegt, sie haben in beide Richtungen die gleiche Tragwirkung. Sie werden daher für zweiachsig gespannte Bauteile verwendet. Bei den R-Matten ist dies anders, haben sie doch nur eine Tragwirkung in eine Richtung. Sie sind daher genau nach Vorgaben auszulegen und kommen bei einachsig gespannten Bauteilen zum Einsatz. Zusätzlich gibt es noch die N-Matten für nicht statische Zwecke, zum Beispiel zum Schutz vor Estrichschwinden.

Listenmatten

Listenmatten werden genau nach den Vorgaben des Anwenders hergestellt. Sie haben genau die gewünschte Breite und Länge sowie die gewünschten Stahlquerschnitte. Die Verarbeitung auf der Baustelle ist damit um einiges einfacher. Zudem sind die Matten nicht überdimensioniert, sondern genau auf die statischen und konstruktiven Erfordernisse abgestimmt.