Einheimische Nutzhölzer für Außenbauteile

Der mittel- und nordeuropäische Raum hat eine Vielzahl verschiedener Holzarten vorzuweisen, Diese sind im konstruktiven Holzbau, für Fußböden oder Möbel einsetzbar. Die Hölzer unterscheiden sich in ihren Eigenschaften wie Dauerhaftigkeit oder Belastbarkeit als auch in der Optik. 

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DIN 68 800

Bei allen Hölzern, die im Außenbereich verarbeitet werden, sind die Vorgaben der DIN 68 800 hinsichtlich des chemischen und konstruktiven Holzschutzes zu beachten.

Holzarten

Fichte

Der botanische Name der Fichte lautet „Picea abies“. Das mittelschwere und eher weiche Holz besitzt vorteilhafte Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften und wird deshalb gern als Bau- und Konstruktionsholz eingesetzt. Fichte ist problemlos zu verarbeiten und neigt nach der Trocknung nur wenig zum Schwinden. Die innere Struktur der Fichte zeichnet sich durch ein schweres Kernholz und ein nur schwer tränkbares Splintholz aus.

Die Standzeit beim Einsatz von Kernholz in der Gebrauchsklasse 4 (zeitweiliger Erdkontakt, Kontakt mit Süßwasser) beträgt zwischen drei und fünf Jahren. Ohne zusätzliche Holzschutzmaßnahmen ist die Fichte nach DIN EN 350-2 in die Dauerhaftigkeitsklasse 4 (wenig dauerhaft) einzuordnen. Eine längere Standzeit ist in den Gebrauchsklassen 3.1 (Wasser kann schnell ablaufen und abtrocknen) und 3.2 (Wasser kann nicht schnell ablaufen und abtrocknen) zu erwarten.

Im Außenbereich wird Fichte bevorzugt für Fassadenverkleidungen, Balkone, Masten oder in der Garten- und Landschaftsgestaltung eingesetzt. Weiterhin wird das Holz bevorzugt für die Herstellung von Brettschichtholz oder Konstruktionsvollholz verwendet.

Kiefer

Die Kiefer, botanisch „Pinus sylvestris“, ist ein mittelschweres und mäßig hartes Holz mit guten Eigenschaften hinsichtlich Elastizität und Festigkeit. Trockenes Kiefernholz schwindet nur mäßig, besitzt ein gutes Stehvermögen und lässt sich leicht bearbeiten. Erschwert werden kann die Bearbeitung durch hohe Harzgehalte im Holz. Kiefer ist im Splintholz sehr bläueempfindlich, allerdings lässt sich das Holz gut tränken. Das Kernholz ist schwer bis sehr schwer tränkbar.

Hinsichtlich der Standzeit in verschiedenen Gebrauchsklassen verhält sich Kiefer ebenso wie Fichtenholz. Allerdings besitzt die Kiefer beim dauerhaften Einsatz unter Wasser eine ähnliche Dauerhaftigkeit wie Eichenholz. Kiefernholz wird im Erd-, Brücken- und Wasserbau verwendet. Zum Teil wird auch Konstruktionsvollholz aus Kiefer hergestellt.

Lärche

„Larix decidua“ ist der botanische Name der europäischen Lärche, die Sibirische Lärche wird als „Larix sibirica“ bezeichnet. Das schwerste und härteste im konstruktiven Bereich verwendete einheimische Nadelholz schwindet nur mäßig, besitzt gute Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften und lässt sich gut bearbeiten. Eine Oberflächenbehandlung ist ebenfalls problemlos möglich, wenn aus dem Holz ausgetretenes Harz vorab entfernt wird.

Lärche ist besonders resistent gegen Chemikalien. Das Kernholz ist sehr schwer, das Splintholz mäßig tränkbar. Europäische Lärche wird in der Gebrauchsklasse 4 (Erdkontakt) als wenig bis mäßig dauerhaft (Dauerhaftigkeitsklasse 3 und 4 nach DIN EN 350-2) eingestuft. Die Standzeiten beim Verzicht auf chemischen Holzschutz betragen drei bis acht Jahre. Eine längere Standzeit ist für die Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 möglich.

Wird Lärche unter Wasser eingebaut, dann entwickelt das Material eine ähnliche Dauerhaftigkeit wie Eiche. Im Außenbereich wird die europäische Lärche im Erd-, Brücken- und Wasserbau verwendet. Auch der Einsatz als hinterlüftete Fassadenbekleidung sowie für Terrassenbeläge verwendet. Auch Pfähle und Rammpfähle und Profilhölzer im Außenbereich sowie Fenster und Türen können aus Lärche hergestellt werden.

Douglasie

Das Holz der Douglasie, „Pseudotsua menziesii“, ist mittelschwer und vergleichsweise hart. Das Holz besitzt gute Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften, schwindet nur mäßig und verfügt über ein gutes Standvermögen. Wie leicht und gut sich die Douglasie bearbeiten lässt, ist vom Holz abhängig: Engringige Hölzer sind leicht, grobringiges Material mit Ästen ist eher schwer zu bearbeiten. Die Oberflächen sind leicht behandelbar, sofern austretendes Harz vorher entfernt wird. Bei aus Europa stammender Douglasie lässt sich das Splintholz mäßig bis schwer, das Kernholz sehr schwer tränken.

Je nachdem, ob die Stämme aus kultivierten oder nicht kultivierten Wäldern stammen, unterscheidet sich die Dauerhaftigkeit in der Gebrauchsklasse 4 (Erdkontakt). Das Holz aus nicht kultivierten Beständen weist in der Regel eine etwas höhere Dauerhaftigkeit (Klasse 3) auf als Holz aus Wirtschaftswäldern (Dauerhaftigkeitsklasse 3 und 4). Wird Douglasie im Außenbereich ohne chemischen Holzschutz eingesetzt, beträgt die Haltbarkeit je nach Einbausituation drei bis acht Jahre. Kernholz, das in den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 eingebaut wird, hält deutlich länger.

Im Außenbereich wird die Douglasie für hinterlüftete Außenfassaden, für Balkone, Masten und Pfähle sowie als Terrassenbelag eingesetzt.

Eiche

In unseren Breiten ist die Eiche als Stieleiche (Quercus robur) oder als Traubeneiche (Quercus petraea) zu finden. Die Holzeigenschaften beider Arten sind nahezu gleich. Das mittelschwere bis harte Holz besitzt einen hohen Widerstand gegen Abnutzung und ausgezeichnete Elastizitäts- und Festigkeitseigenschaften. Der Schwund ist gering, das Standvermögen gut bis sehr gut. Mit dem richtigen Werkzeug lässt sich Eiche gut bearbeiten, eine Oberflächenbehandlung ist problemlos möglich. Durch den Gerbstoffgehalt kommt es in Kombination mit Eisen zu verschiedenen Reaktionen. So erscheinen beim Kontakt auf dem Holz blauschwarze Flecken, beim Eisen werden Korrosionsreaktionen ausgelöst. Während sich das Splintholz gut tränken lässt, ist die Tränkbarkeit beim Kernholz sehr eingeschränkt.

Wird Eiche in der Gebrauchsklasse 4 (Erdkontakt) verbaut, dann erfolgt eine Zuordnung zur Dauerhaftigkeitsklasse 2 (dauerhaft) ohne den Einsatz von chemischem Holzschutz. Die Standzeiten werden zwischen 8 und 13 Jahren angegeben, in den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2 ist die Standzeit deutlich höher. Wird das Kernholz dauerhaft unter Wasser eingebaut, dann ist die Lebensdauer nahezu unbegrenzt.

Im Außenbereich wird Eiche häufig im Wasserbau oder für Eichenschwellen verwendet, auch für Bodenbeläge im Witterungskontakt ist das Holz ohne weitere Behandlung geeignet. Die Dauerhaftigkeit wird durch entsprechenden konstruktiven Holzschutz verlängert.

Robinie

Als schwer und hart ist das Holz der Robinie, botanisch „Robinia pseuduacacia“, zu bezeichnen. Die Festigkeitseigenschaften sind ausgezeichnet, die Elastizität des Holzes ist hoch. Weiterhin verfügt Robinienholz über eine große Zähigkeit, ist widerstandsfähig gegen Abnutzung und hat ein sehr gutes Durchbiegungsvermögen. Das Holz lässt sich trotz der Härte gut bearbeiten, es schwindet wenig und verfügt über ein gutes Standvermögen. Robinie lässt sich gut polieren. Hinsichtlich der Tränkbarkeit weist das Splintholz gute, das Kernholz weniger gute Eigenschaften auf.

Robinie im Erdkontakt (Gebrauchsklasse 4) ist nach DIN EN 350-2 dauerhaft bis sehr dauerhaft (Gebrauchsklassen 1 und 2). Ohne zusätzlichen chemischen Holzschutz sind Standzeiten von 8 bis über 13 Jahren zu erwarten, dieser Zeitraum verlängert sich in den Gebrauchsklassen 3.1 und 3.2.

Trotz seiner guten Eigenschaften wird Robinie im Außenbereich nur selten eingesetzt. Grund dafür ist die geringe Verfügbarkeit und der unregelmäßige Wuchs. Robinie wird für Pfähle und im Brückenbau eingesetzt.